Offener Brief an das Rektorat der Universität Wien
Offener Brief an das Rektorat der Universität Wien
Für den Erhalt und die nachhaltige Finanzierung des Sommerkollegs České Budějovice
Sehr geehrte Frau Rektorin,
sehr geehrte Mitglieder des Rektorats,
sehr geehrte Verantwortliche der Universität Wien,
mit großer Sorge verfolgen wir die ungewisse Zukunft des Sommerkollegs České Budějovice, das seit vielen Jahren eine der erfolgreichsten Formen der wissenschaftlichen, sprachlichen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen Österreich und Tschechien darstellt.
Das Sommerkolleg ist weit mehr als ein Sprachkurs. Es ist ein gemeinsames Projekt des Instituts für Slawistik der Universität Wien und der Südböhmischen Universität in České Budějovice. Über drei Wochen hinweg lernen österreichische und tschechische Studierende nicht nur die Sprache des jeweiligen Nachbarlandes, sondern arbeiten im Tandem, besuchen gemeinsame Seminare, nehmen an Exkursionen teil und setzen sich intensiv mit Geschichte, Literatur, Kultur und Gesellschaft beider Länder auseinander. Für österreichische Studierende werden dafür 5 ECTS vergeben. Das Angebot richtet sich an Studierende aller Studienrichtungen auf Bachelor-, Master- und PhD-Niveau.
Die Universität Wien führt das Sommerkolleg selbst als univie: summer school for Czech-Austrian Language Tandem. Für den Zeitraum 6. bis 25. Juli 2026 wird es ausdrücklich als internationales Sommerprogramm mit den Unterrichtssprachen Deutsch und Tschechisch ausgewiesen. Damit unterstreicht die Universität den hohen Stellenwert dieses Formats für ihre Internationalisierungsstrategie.
Das Sommerkolleg wurde über Jahrzehnte aufgebaut und genießt weit über die Grenzen Österreichs und Tschechiens hinaus Anerkennung. Im Jahr 2022 wurde das Projekt sogar mit dem Preis des tschechischen Hauses der internationalen Zusammenarbeit (DZS) in der Kategorie "Internationalisierung" ausgezeichnet. Dieser Erfolg zeigt, dass das Sommerkolleg als Best-Practice-Beispiel für grenzüberschreitende Hochschulkooperation gilt.
Gerade deshalb wäre es ein schwerer Verlust, wenn dieses Projekt aus finanziellen oder administrativen Gründen nicht langfristig abgesichert werden könnte.
Wir appellieren daher an die Universität Wien,
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sich ausdrücklich zum Fortbestand des Sommerkollegs České Budějovice zu bekennen,
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die langfristige Durchführung gemeinsam mit den tschechischen Partnerinstitutionen sicherzustellen,
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und sich dafür einzusetzen, dass die Finanzierung und organisatorische Abwicklung wieder über den OeAD beziehungsweise das bilaterale Förderprogramm AKTION Österreich–Tschechien erfolgt.
Die bisherige Finanzierung über den OeAD hat sich über viele Jahre bewährt. Sie ermöglichte eine professionelle Administration, transparente Förderverfahren und eine verlässliche Organisation. Eine Rückkehr zu diesem bewährten Modell würde den administrativen Aufwand für die beteiligten Universitäten deutlich reduzieren und gleichzeitig die langfristige Durchführung des Sommerkollegs absichern. Das Programm selbst verweist ausdrücklich darauf, dass seine Durchführung durch die finanzielle und organisatorische Unterstützung des Programms AKTION Österreich–Tschechische Republik ermöglicht wird.
Das Sommerkolleg leistet einen wichtigen Beitrag
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zur Förderung der deutschen und tschechischen Sprache,
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zur Ausbildung interkultureller Kompetenzen,
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zur Vernetzung junger Wissenschaftler:innen,
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zur europäischen Zusammenarbeit,
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sowie zur Vertiefung der österreichisch-tschechischen Nachbarschaft.
In einer Zeit, in der europäische Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis wichtiger denn je sind, sollte ein derart erfolgreiches Projekt nicht geschwächt, sondern weiterentwickelt werden.
Wir ersuchen die Universität Wien daher nachdrücklich, gemeinsam mit dem OeAD, den zuständigen Ministerien und den Partneruniversitäten eine dauerhafte Finanzierung sicherzustellen und die organisatorische Verantwortung wieder auf jene Strukturen zu übertragen, die sich über viele Jahre bewährt haben.
Der Erhalt des Sommerkollegs České Budějovice wäre nicht nur ein Gewinn für die Universität Wien und ihre Studierenden, sondern ein starkes Signal für gelebte europäische Zusammenarbeit, wissenschaftlichen Austausch und nachhaltige Nachbarschaftspolitik.
Mit der Bitte um Unterstützung und Fortführung dieses einzigartigen Programms
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner
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